Google Ads Audit: Wann sich ein Blick von außen lohnt
Stand: September 2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten
Kurz gesagt
Ein Google Ads Audit ist eine unabhängige Prüfung Ihres Werbekontos: Stimmt die Messung, wird das Budget sinnvoll eingesetzt, und wird das Konto aktiv gesteuert? Es lohnt sich vor allem, wenn die Kosten steigen, ohne dass mehr Anfragen kommen, wenn Zahlen nicht zusammenpassen oder wenn schon länger niemand von außen ins Konto geschaut hat. Am Ende sollten Sie eine kurze, priorisierte Liste mit Maßnahmen in der Hand haben, keine 70 Punkte.
Dieser Artikel richtet sich an Unternehmen mit einem laufenden Google-Ads-Konto, betreut von einer Agentur oder im eigenen Team, die wissen wollen, ob ihr Budget gut eingesetzt ist. Er ist keine Anleitung zum Selbstprüfen, sondern eine Einordnung: wann sich ein Audit lohnt, wer es machen sollte und was am Ende herauskommen muss.
Was ist ein Google Ads Audit?
Ein Google Ads Audit ist eine strukturierte Prüfung Ihres Werbekontos von außen, mit einer klaren Empfehlung, was sich ändern sollte.
Es ist kein monatlicher Report. Ein Report zeigt, was passiert ist. Ein Audit fragt, warum es so ist und ob es besser ginge. Es ist auch nicht dasselbe wie der Optimierungsfaktor, den Google im Konto anzeigt: Der zeigt vor allem, wie viele von Googles eigenen Empfehlungen noch offen sind, nicht, ob Ihre Werbung wirtschaftlich ist.
Ein gutes Audit schaut auf drei Fragen:
Messung: Zählt das Konto die richtigen Ergebnisse, und zwar vollständig?
Budget: Fließt das Geld in Suchanfragen und Kampagnen, die Anfragen oder Verkäufe bringen?
Steuerung: Wird das Konto aktiv betreut, oder läuft es seit Monaten einfach weiter?
Woran merken Sie, dass Ihr Konto eine Prüfung braucht?
Meist an einem Gefühl, das sich an Zahlen festmachen lässt: Es wird teurer, aber nicht besser.
Typische Anzeichen:
Die Kosten steigen, die Anfragen nicht. Das Budget wurde erhöht, das Ergebnis ist gleich geblieben.
Die Zahlen passen nicht zusammen. Google Ads meldet mehr Conversions, als Anfragen oder Bestellungen bei Ihnen ankommen, oder deutlich weniger.
Reports ohne Empfehlungen. Sie bekommen jeden Monat Tabellen, aber niemand sagt, was sich ändern sollte.
Seit dem Cookie-Banner fehlen Conversions. Nach einer Umstellung auf der Website ist die Messung eingebrochen, und niemand hat es aufgeklärt.
Ein Wechsel steht an. Sie übernehmen ein Konto von einer Agentur oder geben es neu ab und wollen wissen, wo Sie stehen.
Niemand kann sagen, was im Konto passiert. Welche Kampagne Kunden bringt und was zuletzt geändert wurde, bleibt unklar.
Ob Ihr Dienstleister gute Arbeit macht, ist eine eigene Frage. Worauf Sie dabei achten sollten, steht im Artikel Google-Ads-Agentur oder Freelancerin.
Selbsteinschätzung: Braucht Ihr Konto ein Audit?
Acht Fragen, die Sie ohne Zugang zum Konto beantworten können. Wenn Sie bei einer Frage „Weiß ich nicht“ wählen, ist das schon ein Befund: Dann fehlt Ihnen eine Information, die Sie als Auftraggeber haben sollten.
Selbsteinschätzung · 2 Minuten
Braucht Ihr Google-Ads-Konto ein Audit?
Beantworten Sie acht Fragen, ohne ins Konto zu schauen. „Weiß ich nicht“ ist eine ehrliche Antwort und zählt als eigener Befund.
Was prüft ein gutes Audit?
Ein gutes Audit beginnt bei der Messung, weil alle anderen Entscheidungen im Konto auf diesen Zahlen beruhen.
| Bereich | Leitfrage | Was es kostet, wenn es nicht stimmt |
|---|---|---|
| Ziele und Messung | Zählt das Konto die Aktionen, die für Ihr Geschäft zählen, und nur diese? | Die Gebotsstrategie optimiert auf das Falsche, zum Beispiel auf Seitenaufrufe statt auf Anfragen |
| Consent und Datenqualität | Kommen Conversions trotz Cookie-Banner vollständig und ohne Doppelzählung an? | Fehlende Daten machen automatische Gebote ungenau, doppelte Daten lassen Kampagnen besser aussehen, als sie sind |
| Budget und Gebotsstrategie | Passen Budget, Gebotsstrategie und Ziel zusammen? | Gute Kampagnen sind durch ihr Budget begrenzt, schwache bekommen zu viel |
| Suchbegriffe | Erscheinen Ihre Anzeigen bei Suchen, die zu Ihrem Angebot passen? | Klicks von Menschen, die etwas anderes suchen, kosten Geld ohne Aussicht auf Anfrage |
| Struktur und Automatisierung | Ist nachvollziehbar, was Performance Max und automatisch angewendete Empfehlungen im Konto tun? | Änderungen passieren, ohne dass jemand sie bewusst entschieden hat |
| Anzeigen und Zielseiten | Versprechen Anzeige und Zielseite dasselbe, und führt die Seite schnell zur Anfrage? | Bezahlte Klicks landen auf Seiten, die niemanden zur Anfrage bringen |
Bewusst nicht auf der Liste: jede einzelne Einstellung. Ein Audit, das 70 Punkte abhakt, verwechselt Vollständigkeit mit Nutzen. Entscheidend ist, welche wenigen Punkte wirklich Geld kosten.
Kurzcheck oder ausführliches Audit?
Für den ersten Überblick reicht oft ein Kurzcheck. Ein ausführliches Audit lohnt sich, wenn viel Budget im Spiel ist oder ein Wechsel ansteht.
| Kurzcheck | Ausführliches Audit | |
|---|---|---|
| Ziel | Die größten Baustellen finden | Das Konto vollständig verstehen und neu ausrichten |
| Umfang | Messung, verschwendetes Budget, Suchbegriffe, Anzeigen | Zusätzlich Struktur, Zielgruppen, Zielseiten, Wettbewerb, Entwicklung über längere Zeit |
| Ergebnis | Kurze Einschätzung mit den wichtigsten Punkten | Priorisierter Maßnahmenplan mit Begründung, oft mit Termin zur Besprechung |
| Passt, wenn | Sie wissen wollen, ob eine genauere Prüfung nötig ist | Sie ein Konto übernehmen, neu vergeben oder deutlich mehr Budget planen |
Aus der Praxis
So gehe ich bei einem Google-Ads-Check vor
- Nur Lesezugriff: Sie geben mir Lesezugriff auf das Konto. So kann ich alles ansehen, aber nichts verändern.
- Zuerst die Messung: Wenn die Conversions nicht stimmen, sind alle weiteren Zahlen wertlos. Deshalb prüfe ich Conversion-Tracking und Cookie-Banner zuerst.
- Dann das Geld: Kosten ohne Gegenwert, Suchbegriffe und Anzeigen.
- Priorisieren: Jeden Befund bewerte ich danach, wie viel er bringt, wie sicher die Zahlen sind und wie viel Aufwand die Änderung macht.
Heraus kommen wenige Punkte in klarer Reihenfolge. Und wenn nichts Dringendes zu tun ist, sage ich das.
Wer sollte das Audit machen?
Jemand, der nicht selbst für das Konto verantwortlich ist. Nur so ist die Prüfung wirklich unabhängig.
Ihre eigene Agentur: kennt das Konto am besten, prüft aber ihre eigene Arbeit. Das kann gut gehen, ist aber kein Blick von außen.
Google-Vertreter: Die Beratung ist kostenlos und oft hilfreich. Sie hat aber ein Ziel: mehr Nutzung von Google Ads und seinen Automatisierungen. Ob sich das für Sie rechnet, ist nicht ihre Frage.
Automatische Tools: liefern schnell eine lange Liste. Sie kennen aber weder Ihr Geschäft noch Ihre Marge und unterscheiden nicht, was wichtig ist und was nicht.
Unabhängige Fachleute: sehen das Konto zum ersten Mal, vergleichen es mit vielen anderen Konten und haben kein Interesse daran, Ihnen eine bestimmte Lösung zu verkaufen. Wichtig ist, dass sie offen sagen, wenn nichts zu ändern ist.
Was muss am Ende herauskommen?
Eine kurze Liste mit Maßnahmen, sortiert nach Wirkung, mit einer Begründung für jede.
Ein gutes Ergebnis erkennen Sie daran:
Priorisiert: Die ersten drei Punkte bringen den größten Teil der Wirkung. Sie wissen, womit Sie anfangen.
Begründet: Jede Empfehlung steht auf Zahlen aus Ihrem Konto, nicht auf allgemeinen Tipps.
Umsetzbar: Es ist klar, wer was tun muss, und was davon in einer Stunde erledigt ist und was ein Projekt wird.
Ehrlich: Wenn das Konto gut läuft, steht das auch so drin. Ein Audit, das immer Handlungsbedarf findet, ist ein Verkaufsgespräch.
Wie geht es nach dem Audit weiter?
Sie entscheiden, wer umsetzt. Das Audit verpflichtet Sie zu nichts.
Ihre Agentur setzt um: Das Audit wird zum Briefing. Sie können genau nachfragen, welcher Punkt bis wann erledigt ist.
Sie setzen intern um: Mit einer priorisierten Liste weiß Ihr Team, womit es anfangen soll.
Sie geben die Betreuung ab: Dann ist das Audit die Grundlage für den Neustart, und nichts Bewährtes geht verloren. Wie die laufende Betreuung aussieht, steht auf der Seite Google Ads.
Häufige Fragen
-
Ein Kurzcheck ist in wenigen Tagen erledigt. Ein ausführliches Audit dauert je nach Größe des Kontos ein bis zwei Wochen, weil auch die Entwicklung über mehrere Monate ausgewertet wird.
-
Ja, aber nur Lesezugriff. Damit lässt sich alles ansehen, aber nichts verändern. Den Zugang vergeben Sie selbst im Konto und können ihn jederzeit wieder entziehen.
-
Wer im Konto Administratorrechte hat, sieht in der Nutzerliste alle Zugänge. Ihre Agentur kann also sehen, dass ein weiterer Zugang besteht. Viele Unternehmen sprechen das Audit offen an, weil es die Zusammenarbeit oft verbessert.
-
Etwa einmal im Jahr, dazu bei besonderen Anlässen: vor einem Wechsel des Dienstleisters, vor einer deutlichen Budgeterhöhung oder wenn die Ergebnisse spürbar nachlassen.
-
Kurzchecks bieten viele Agenturen und Freelancer kostenlos an. Ausführliche Audits werden teils im vierstelligen Bereich angeboten (Stand September 2026). Wie viel Aufwand sinnvoll ist, hängt vor allem von der Größe des Kontos ab. Wie die laufende Betreuung kalkuliert wird, steht im Artikel Was kostet Google Ads?
Wo steht Ihr Konto?
Im kostenlosen Google-Ads-Check sehe ich mir Ihr Konto an und sage Ihnen offen, was ich ändern würde, und was nicht.
Kostenlosen Google-Ads-Check anfragen
Dorothee Probst
Google Partner, seit 2021 selbständig für Google Ads, Meta Ads und Tracking. Ich sorge dafür, dass Werbung und Messung sauber zusammenpassen.
Mehr über mich